Profis 03.07.2020 — 13:20 Uhr

Zum Start ein paar zu viel auf dem Platz

Planung von Transfersommer und Vorbereitung unter erschwerten Bedingungen - Schröder: "Es darf sich keiner wundern"

Spätestens ab dem 10. August dürfte auf dem Trainingsgelände des FSV am Bruchweg wieder Hochbetrieb herrschen.

Seit Montagnachmittag befinden sich die Profis des 1. FSV Mainz 05 im verdienten Urlaub nach einer anstrengenden Saison. Noch steht der Termin nicht fest, wann die Bundesliga in die neue Spielzeit startet. "Wir wollen entweder am 3. oder am 10. August mit dem Training auf dem Platz beginnen", verriet Achim Beierlorzer dennoch bereits vorab.

Die Spieler haben nach einer Abschlussbesprechung ihre Pläne und Verhaltensregeln für die Urlaubszeit als komplettes Infopaket aufs Handy bekommen. Wann genau die Vorbereitung beginnt, hängt davon ab, für welches Datum die DFL den Bundesligastart terminiert. Im Moment sind die Wochenenden rund um den 11. und 18. September als möglicher Auftakt in der Diskussion. Eines ist jedoch jetzt schon klar: "Es darf sich keiner wundern, dass wir den einen oder anderen Spieler zu viel auf dem Platz stehen haben, wenn wir wieder starten", sagte Rouven Schröder zu Wochenbeginn.

Schwacher Transfermarkt

Denn ähnlich ungewiss wie die Terminlage ist in diesem Sommer noch das Transfergeschehen. Man habe zwar Ideen, aber der Transfermarkt werde im Juli sehr schwach sein, müsse sich peu à peu entwickeln. Das Fenster schließt erst am 5. Oktober. Der Sportvorstand hat im Podcast bei 05ER.fm nun noch einmal darauf hingewiesen, dass es in diesem Sommer wenig Möglichkeiten für einen Kaderumbruch geben werde. Ihm sei davor aber nicht bange, "weil wir ja wissen, wie diese Mannschaft funktioniert und wir ja auch gesehen haben, was in dieser Truppe steckt. Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Kader planen, weil wir aktuell auch keine Angebote haben für unsere Spieler."

Der Podcast mit dem Sportvorstand in voller Länge

Da müssen wir uns anpassen

In der noch immer vom Corona-Virus beherrschten Gesamtsituation gibt es zudem erhebliche Einschnitte. "Wir haben nun ein Szenario für uns erstellt, in dem wir ganz konservativ ohne Zuschauer rechnen, ohne bestimmte andere Einnahmen und mit weniger nationalen Medienerlösen." Das Gesamtbudget für die Mannschaft soll möglichst reduziert werden. Sollte es Transfererlöse geben, sei es denkbar, dass diese Gelder nicht vollwertig wieder für Transfers eingesetzt werden könnten. "Jeder Spieler, der neu kommt oder verlängert, muss damit rechnen, dass es ein anderes, deutlich niedrigeres Angebot gibt, als vor Corona. Da müssen wir uns anpassen", erklärte der Sportvorstand.

Das heißt aller Voraussicht nach, dass der 05-Trainer zunächst mit einem großen Kader die Vorbereitung aufnehmen wird. Alex Maxim, Ahmet Gürleyen, Aaron Seydel und Gerrit Holtmann kommen von ihren Leihstationen zurück. Mit Dimitri Lavalée, dem belgischen Innenverteidiger, steht bereits seit dem Winter ein Neuzugang fest. Die Gruppe der im Laufe der vergangenen Monate mit Profiverträgen ausgestatteten A-Jugendlichen soll integriert und gefördert werden. "Wir wollen diesen Talenten eine Plattform bieten, so dass sie bei entsprechender Leistung reinwachsen können."

Testspiele in der Region problematisch

So, wie die NLZ-Spieler, die sich komplett und dauerhaft etabliert haben. Ridle Baku, Leandro Barreiro und zuletzt Jonathan Burkardt, die im Abstiegskampf Pflöcke einschlugen. "Über Flo Müller und Robin Zentner sprechen wir in diesem Zusammenhang da schon gar nicht mehr", sagte Schröder.

Wie die Vorbereitung aussehen wird, ob es wie sonst üblich ins Trainingslager geht, ist derzeit noch offen. "Corona wird unser weiter begleiten", sagte der 05-Trainer. "Wir müssen halt Abstriche machen von unserem normalen 100-Prozent-Katalog." Das gilt auch für die anstehenden Testspiele. Gespielt werden kann eigentlich nur gegen getestete Mannschaft aus den drei deutschen Ligen oder getestete ausländische Teams. "Wir haben immer den großen Wunsch gegen kleinere Vereine zu spielen vor allem aus der Region, um Nähe herzustellen", sagte Schröder. Doch das erfordert einen sehr großen Aufwand. Mannschaften und Betreuer müssten komplett zweimal getestet werden. Für die Vereine aus der näheren Umgebung sind solche Spiele ja auch nur dann ein Highlight, wenn möglichst viele Zuschauer kommen. "Die Profis zum Anfassen, das haben wir im  Moment leider nicht", sagte der Sportvorstand, der andeutete, dass man über Regionalturniere gegen Erst-, Zweit- und Drittligisten nachdenken könnte.

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