U23 24.11.2022 — 13:30 Uhr

U23: Rückrunden­auftakt bei der "komplettesten Mannschaft der Liga"

05ER treffen auf den SSV Ulm / Siewert: "Auswärts weiterhin so auftreten, wie wir das bislang getan haben"

Im Hinspiel gab es für den FSV gegen Ulm nichts zu holen. Am Samstag kommt es zum Rückspiel im Donaustadion.

Am Samstagnachmittag (14 Uhr, live im kostenpflichtigen Stream) gastiert die höchste Mainzer Ausbildungsmannschaft beim SSV Ulm 1846. Mit dem Auswärtsspiel beim Spitzenreiter der Regionalliga Südwest im Donaustadion starten die 05ER bereits in die Rückrunde der Spielzeit 2022/23 und möchten nach zuletzt drei sieglosen Partien in Folge beim Ligaprimus bestehen. "Ulm hat viele Stärken, es geht aber auch darum, unsere Stärken zu nutzen und auswärts weiterhin so aufzutreten, wie wir das bislang getan haben", erklärt U23-Cheftrainer Jan Siewert vor der Partie beim SSV, belegen die 05ER in der Auswärtstabelle mit 19 Punkten aus neun Spielen doch immerhin den dritten Tabellenplatz.

Defensiv kompakt stehen, Umschaltgelegenheiten nutzen

Ulm führt die Liga derzeit souverän an, hielt erst am vergangenen Wochenende den ersten Verfolger TSV Steinbach Haiger mit einem Unentschieden auf Abstand und wurde mit fünf Punkten Vorsprung Herbstmeister. "Sie sind die kompletteste Mannschaft der Liga und in vielerlei Hinsicht sehr reif", weiß Siewert um die Stärken des Spitzenreiters. "Was sie wirklich gut machen, ist in die Tiefe spielen und nachlaufen. Mit dem Spiel über den Dritten kreieren sie immer wieder Torchancen, bedrohen die Tiefe und reißen Räume auf, die sie dann mit ihrer individuellen Qualität nutzen", analysiert der 05-Coach weiter. 

Wir werden unsere Gelegenheiten suchen und alles in die Waagschale werfen. An so einem Spiel können die Jungs nur wachsen.

Nicht umsonst habe Ulm 31 Tore geschossen und nur elf kassiert. "Sie sind sowohl im Angriffsspiel als auch in der Defensive sehr komplett. Wir werden ihr Spiel in die Tiefe akzeptieren und in Phasen auch mal leiden müssen. Es gilt in diesen Spielabschnitten defensiv kompakt zu bleiben und die Umschaltmöglichkeiten zu nutzen", erläutert Siewert die Marschroute seines Teams gegen den Tabellenführer. Dieser werde alles dafür tun, um in diesem Jahr aufzusteigen, hätte dadurch aber auch einen gewissen Druck. "Wir werden unsere Gelegenheiten suchen und alles in die Waagschale werfen. An so einem Spiel können die Jungs nur wachsen", gibt sich der Mainzer U23-Trainer vor dem Duell mit dem SSV kämpferisch.

Unterschiedliche Ansprüche und Herangehensweisen

Vor dem Rückrundenstart sieht der Mainzer Übungsleiter sein Team indes besser aufgestellt als noch zu Saisonbeginn, als man Ulm im heimischen Bruchwegstadion mit 0:4 unterlag. Mit dem Hinspiel am ersten Spieltag habe man einen Prozess angestoßen und sich im Laufe der Serie in vielen Themen verbessert. "Jetzt sind wir sicherlich ein Stück weiter als zum Hinrundenauftakt, besonders was das Annehmen der Liga angeht", erklärt Siewert, der darauf hinweist, dass sich seine junge Mannschaft zunächst an den Regionalliga-Fußball hatte gewöhnen müssen.

Jetzt sind wir sicherlich ein Stück weiter als zum Hinrundenauftakt, besonders was das Annehmen der Liga angeht.

Dass die jungen Mainzer aus den vergangenen drei Partien nur einen Punkt holten und zuletzt gegen den FC-Astoria Walldorf (1:2) und die U21 des VfB Stuttgart (1:4) unterlagen, beunruhigt den Mainzer U23-Trainer unterdessen keinesfalls. "Man muss immer jedes Spiel einzeln sehen. Die Niederlage in Stuttgart war ganz anders als die Partie gegen Walldorf. Ich habe erwartet, dass wir irgendwann mal so eine Phase haben, nicht zuletzt aufgrund der großen Fluktuation in unserem Team", erläutert Siewert mit Blick auf die vergangenen Wochen. "Es ist völlig logisch, dass man dann mal nicht so gut in der Ordnung steht, wie in einer Phase, in der man permanent fast das gleiche Gerüst hat", so der FSV-Coach weiter. Ulm habe beispielsweise eine andere Herangehensweise, müsse alles dafür tun, um aufzusteigen. Im Gegensatz dazu sei die U23 dafür da, Spieler auszubilden und darüber gute Ergebnisse zu erzielen.

Stolz auf den Prozess

Auf die Entwicklung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte der Saison ist Siewert stolz, hebt besonders die Siege bei Steinbach Haiger, in Hoffenheim und Homburg sowie den Auftritt in Offenbach heraus. "Diese Spiele haben gezeigt, dass die Mannschaft gewachsen ist und den Männerfußball angenommen hat", erläutert der 05-Coach. Individuell hätten sich einige Spieler ebenfalls enorm weiterentwickelt, auch das mache Siewert stolz. "Es ist insgesamt eine ordentliche Hinrunde von uns gewesen, an die wir jetzt eine gute Rückrunde anschließen wollen. Der Auftrag bleibt weiterhin die Jungs bestmöglich auf dem Weg in den Profi-Fußball zu unterstützen", erklärt der FSV-Trainer weiter. 

Es gab viele Spieler, die immer mal dabei waren und dann verletzungsbedingt wieder ausgefallen sind.

Problematisch sei in der Hinrunde dabei vorwiegend das Verletzungspech einiger Akteure gewesen. "Es gab viele Spieler, die immer mal dabei waren und dann verletzungsbedingt wieder ausgefallen sind. Diese Jungs konnten wir leider nicht so oft auf den Platz bringen und weiterentwickeln", sagt Siewert. Die Verletzungsproblematik sowie das Heranführen der Spieler nach Ausfällen hätten dem Team hin und wieder Probleme bereitet, unter anderem zu einer gewissen Fluktuation geführt, die wiederum dafür sorgte, dass man in manche Partien, wie zuletzt gegen Walldorf, "nicht ganz so gut in den eigenen Abläufen" gewesen sei. Dies wolle und müsse man in einer U23 aber akzeptieren, denn das primäre Ziel sei es, die Spieler individuell weiterzuentwickeln.

Personallage: Die nächsten Tage sollen Klarheit bringen

Was die personelle Situation angeht, hofft Siewert bis zur Abfahrt nach Ulm am Freitagnachmittag mehr Klarheit zu haben, denn nach der Partie beim VfB Stuttgart habe "der eine oder andere ein paar Probleme gehabt". So sei Dominik Crljenec im Duell mit den Schwaben beispielsweise umgeknickt, auch Eniss Shabani ist noch fraglich und Ben Bobzien komme erst von der U20-Nationalmannschaft zurück. Aktuell ist also noch unklar, in welcher Besetzung die Mainzer Zweitvertretung zum Gastspiel beim Spitzenreiter reisen wird. 

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