U19 21.03.2020 — 16:33 Uhr

U19: Rückblick auf die "Bonusspiele"

Köln, Hannover Schalke: Am ursprünglichen Termin des DFB-Pokal-Halbfinals lassen wir die bisherigen Partien Revue passieren

Ausgelassener Jubel nach dem Halbfinaleinzug im Dezember.

Zuhause bleiben statt Halbfinale: Wo eigentlich die Runde der besten Vier im DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und der U19 der 05ER ausgespielt werden sollte, herrschte heute aufgrund der mindestens bis zum 19. April ausgesetzten Saison im Nachwuchs nur gähnende Leere. Ob und wann die Spielzeit fortgesetzt werden kann, ist aktuell noch ungewiss. Zeit also, einen Blick zurück zu werfen und die bisher so starke DFB-Pokal-Saison der 05ER Revue passieren zu lassen.

Los ging es mit einem echten Paukenschlag. Ende August gastierten die 05ER beim 1. FC Köln. Damals wie heute grüßten die Kölner vor Teams wie Borussia Dortmund oder Bayer 04 Leverkusen von der Tabellenspitze der A-Junioren-Bundesliga West und gingen daher favorisiert ins Pokal-Duell. "Köln ist angesichts ihrer Qualität auf dem Platz und auf der Trainerbank der Favorit in dieser Partie und darüber hinaus auch für die Meisterschaft und den Pokal", unterstrich 05-Chefcoach Benjamin Hoffmann die Ausgangslage vor der Partie, betonte aber auch: "Wir wollen trotz allem unser Spiel durchdrücken, können befreit aufspielen und so vielleicht die erste 05-Mannschaft seit längerem werden, die die erste Runde übersteht."

Und Hoffmanns Jungs lieferten: Vor allem im ersten Durchgang spielten die 05ER "wie aus einem Guss", ließen den FC vor eigenem Publikum kaum zur Entfaltung kommen und setzten sich nach frühen Toren von Oscar Schönfelder (1.) und Marlon Mustapha (11.) am Ende folgerichtig mit 2:1 (2:0) durch. "Wir haben den Kampf angenommen, hatten Lust zu verteidigen und am Ende verdient gewonnen", fasste Hoffmann einen der besten Saisonauftritte seines Teams zusammen, dem Historisches gelang: Zum ersten Mal seit der Saison 2009/10 hatten die 05ER die erste Runde des nationalen U19-Pokalwettbewerbs überstanden. 

Ersatzgeschwächt ins Achtelfinale

Nach dem Überraschungserfolg in Köln loste DFB-Junioren-Cheftrainer Meikel Schönweitz die Achtelfinal-Paarungen aus. Für die 05ER ging es auswärts gegen den Nachwuchs von Hannover 96, der in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost beheimatet ist. "Morgen wird das Team in die nächste Runde einziehen, das sich geschlossener zeigt", prognostizierte 05-Coach Hoffmann für das von ihm ausgerufene "Bonusspiel". Gegen die Niedersachsen fehlten den Mainzern einige Stammspieler wie Torjäger Marlon Mustapha, Kapitän Erkan Eyibil oder Mittelfeldmotor Merveille Papela. Deshalb sprangen andere Akteure in die Bresche. 

Nach einem torlosen ersten Durchgang waren es die 96ER, die nach 59 Minuten in Front gingen. Die Mainzer Reaktion ließ allerdings keine zehn Minuten auf sich warten. Innenverteidiger Denis Ljuca glich für die Rheinhessen aus, in der Verlängerung war es schließlich Oscar Schönfelder, der nach einem perfekt herausgespielten Konter den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte und zum Matchwinner avancierte. "Der Sieg heute war ein Sieg des Willens und des Teamgeists. Wir haben auf die Ausfälle gut reagiert, uns an den Matchplan gehalten, an unsere Stärken geglaubt und sind so mit einem weiteren Bonusspiel belohnt worden", freute sich Hoffmann nach dem zweiten Pokalstreich seiner Mannschaft – der dritte sollte rund zwei Monate später folgen. 

"Highlight-Spiel" gegen Schalke 04

Neun Tage vor Heiligabend durften die 05ER endlich auch mal ein DFB-Pokal-Heimspiel bestreiten – und was für eins: Der FC Schalke 04 um Kult-Trainer Norbert Elgert hatte sich angekündigt, FSV-Coach Hoffmann freute sich auf ein "Highlight-Spiel zum Ende des Jahres gegen einen absolut namhaften Gegner", der ihm aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund bestens bekannt war. "Man gewinnt gegen Schalke nicht einfach so, sondern muss seine Grenze erreichen und alles in die Waagschale werfen", schwor Hoffmann seine Jungs auf den Pokal-Kracher ein und sehnte einen "krönenden Jahresabschluss" herbei. 

Mit den Mainzern und Schalke 04 standen sich zwei Abwehrreihen gegenüber, die deutschlandweit zu den besten ihrer Altersklasse zählen. So war es wenig verwunderlich, dass ein einziges Tor die Partie entschied. Bereits nach 18 Minuten umkurvte 05-Mittelfeldspieler Paul Nebel zwei Gegenspieler und traf zum umjubelten 1:0-Endstand. "Wir verteidigen mit so einer Leidenschaft – das ist Wahnsinn. Die Jungs knallen sich in Zweikämpfe rein, egal ob es jetzt Offensiv- oder Defensivspieler sind. Das finde ich einfach sensationell", zeigte sich Hoffmann nach Spielende hocherfreut und "wahnsinnig stolz auf die Jungs". So bleibt es nur zu hoffen, dass der FSV seinen Anhängern auch künftig wieder denkwürdige DFB-Pokal-Duelle bescheren kann.

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