Vorberichte 07.11.2019 — 15:20 Uhr

Positive Antwort mit dem "Köln-Gesicht"

05-Verantwortliche erwarten am Samstag eine Reaktion, "die alle im Verein und auf den Tribünen zufriedenstellt" - Schwarz war beim letzten Heimsieg über Union noch als Spieler dabei

Jean-Paul Boëtius erzielte beim 3:1 gegen Köln den wichtigen Ausgleichstreffer.

Der Cheftrainer hat es unter der Woche schon angekündigt: Die Entschuldigung der Mannschaft für das 0:8 in Leipzig werde auf dem Platz erfolgen. Am Samstag (15.30 Uhr), im Heimspiel gegen Union Berlin. Sowohl Sandro Schwarz als auch Rouven Schröder betonten nun auf der Pressekonferenz zwei Tage vor der Partie, man müsse gar nicht viele Worte verlieren, sondern gegen diesen Gegner eine Reaktion zeigen, "die alle im Verein und auf den Tribünen zufriedenstellt".

"Bei uns ist keiner, der sich der Verantwortung entzieht. Wir alle haben eine Verantwortung dem Verein gegenüber", sagte der 05-Sportvorstand. "Wir haben das Spiel in Leipzig bewertet und ganz klar angesprochen, was wir nun erwarten. Die Mannschaft ist sich bewusst, was da passiert ist." Sie wollem so Schröder, ihr Auftreten ändern und die Tugenden, "die wir nicht gezeigt haben, wieder auf den Platz bekommen". Vielmehr müsse man nicht dazu sagen. Das Team sei sehr reflektiert gewesen. "Ihnen ist bewusst, dass das, was dort abgelaufen ist, nicht der Fußball war, den wir uns vorstellen bei Mainz 05. Wir vertrauen diesem Kader und sind absolut positiv, dass wir mit entsprechender Körpersprache, mit Einsatz und dem Publikum im Rücken am Samstag ein gutes Heimspiel in der OPEL ARENA abliefern."

Bereitschaft zur Rehabilitation

Schwarz und dessen Profis haben sich nach gründlicher Aufarbeitung, die logischerweise sehr kritisch ausgefallen sei, wie der Trainer einräumte, auf die bevorstehende Aufgabe fokussiert. Auch er erwartet im Heimspiel, "dass man uns die Bereitschaft ansieht, diese Partie gewinnen zu wollen. Wir sehen die Chance, wir spüren und fühlen sie", sagte der Coach, der von einem Grundvertrauen sprach, das die Zuversicht und den Glaube verstärke, die vorhandene Qualität gegen den Aufsteiger auch abzurufen. Weil die Mannschaft solche kritischen Situationen in der Vergangenheit schon mehrfach bewältigt habe. "Wir sind als Gruppe alle verantwortlich, nun eine Antwort zu geben."

Die Aufgabe wird auch ohne diese Belastung schwer genug, denn der Aufsteiger ist bekannt defensivstark. Ein Gegner, der oft die zweiten Bälle behauptet, der leidenschaftlich und aggressiv verteidigt und in guten Phasen daraus aktiv nach vorne arbeitet. "Wir müssen uns zudem darauf einstellen, ihre gefährlichen Flanken möglichst zu verhindern", betonte Schwarz. "Die Gefahr frühzeitig erkennen und nicht darauf hoffen, es in der letzten Linie regeln zu können." Und selbst ein möglichst zielstrebiges Spiel nach vorne aufziehen. Mit Tiefgang in die Schnittstellen spielen, mit Überzeugung im Abschluss, mit Effizienz. Schwarz sagte, er erwarte, dass sein Team "das Köln-Gesicht" zeige. Beim 3:1 gegen den Effzeh hatte sich die Mannschaft ebenfalls aus einer schwierigen Situation mit Rückstand befreit. "Mentalität, Geduld in den verschiedenen Phasen, Emotionalität", forderte der 05-Trainer.

Die schwärzeste 05-Stunde

Für ihn ist es als Trainer das erste Duell mit Union. Als Spieler hat der 41-Jährige in allen bisherigen sechs Begegnungen mitgewirkt. Und auch in einer der schwärzesten Stunden der Mainzer Vereinsgeschichte: Bei jenem 1:3 im Mai 2002, als die 05ER in einer aufgeheizten Atmosphäre am letzten Spieltag eine 1:3-Niederlage kassierten und trotz 64 Punkten nach 34 Spieltagen nicht in die Bundesliga aufstiegen. "Müssen wir wirklich darüber reden?", fragte Schwarz, dem dieses Erlebnis, ebenso wie vielen Mainzern, die damals dabei waren, immer noch nahegeht. "Vor fünf Minuten habe ich auch noch erfahren, dass Rouven damals aufgestiegen ist." Der heutige Sportvorstand profitierte vom 05-Dilemma und feierte mit dem VfL Bochum (65 Punkte) seinerzeit den Aufstieg durch einen Auswärtssieg in Aachen.

Dass gerade jetzt, in dieser schwierigen Lage, die Erinnerung daran wieder lebendig wird, könnte auch ein gutes Zeichen sein. "Wir haben damals sehr viel Kraft daraus gezogen", sagte Schwarz. Die 05ER nahmen drei Monate später im ersten Spiel der neuen Saison Revanche in Berlin, brauchten zwar noch ein zweites dramatisches Scheitern in Braunschweig, schafften aber im dritten Anlauf den Aufstieg. Die Niederlage in der Alten Försterei blieb die einzige. Das letzte Duell am Bruchweg gegen Union in der 2. Bundesliga vor 16 Jahren gewannen Schwarz und die 05ER mit 2:1.

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